Mit der Suchfunktion finden Sie Inhalte schnell und gezielt. Suchen Sie nach Themen, Modellen, Hashtags oder anderen Stichworten.

Verbrauch, kombiniert: 7,4-7,2 l/100 km; CO2-Emission, kombiniert: 194-190 g/km

Von Australien nach Deutschland im Landcruiser

Durch ein FAZ-Interview wurde „Mein Antrieb“ auf „Phil“, wie er sich selbst nennt, aufmerksam.
http://www.faz.net/aktuell/reise/von-sydney-nach-mainz-mit-dem-auto-um-die-welt-15089674.html
Wir haben ihn zu seinem Abenteuer und befragt: Für „Mein Antrieb“ schildert er seine Erfahrungen und zeigt Highlights seiner Reiseroute.

Als Backpacker aufgebrochen, hatte sich der Mainzer über Jahre in Australien und Neuseeland das nötige „Kleingeld“ für die Reise hart erarbeitet. In Sydney erwarb sich der heute 24-jährige einen Landcruiser HJ61. Ein „Ungetüm“ mit 430.000 Kilometern auf dem Tacho, aber für den Vielreisenden das sichere Fahrzeug der Wahl für die weite Reise. „Mein erstes Auto war ein fast baugleicher Landcruiser – das einzige Auto, das ich kenne, dem ich wirklich vertrauen kann. Wir haben zusammen Australien durchquert und er hat mich nie im Stich gelassen. Gemeinsam haben wir die 500.000 Kilometermarke durchbrochen “. Seinem 30-jährigen Reisebegleiter mutete „Phil“ viel zu: Auf einem spektakulären Trip passieren der Abenteurer und sein treues Gefährt 29 Länder, überqueren Gebirge, durchstreifen Wüsten, fahren durch Urlaubsparadiese und Diktaturen. Das „Buschtaxi“ war für den Weltenbummler der Lebensmittelpunkt auf diesem irren Trip. „Durch ihn wurde ich identifiziert, kam ins Gespräch oder nahm Mitfahrer mit – ich habe in dem Jahr definitiv eine besondere Beziehung zu diesem Auto aufgebaut“.

Philipp ist stolz, dass sein nun 31 Jahre alter Landcruiser ihn auf dieser holprigen Reise nie ernsthaft im Stich gelassen hat. „Wirklich bemerkenswert, dass er das alles so gut durchgestanden hat. Klar sind manchmal unter extremen Konditionen Motor und auch Bremsen ganz schön heiß gelaufen. Aber alles hat gehalten.“ Nur einmal wurde es kritisch: Gerade unterwegs auf den wohl gefährlichsten und entlegensten Pässen in Skardu, Pakistan, wo sich staubige, enge, unbefestigte Straßen einspurig an Felsen entlangschlängeln, gab die Lichtmaschine auf. „Der nächste Ort war Stunden entfernt. Nach einer Nacht in einer Trucker-Hütte kann Phil die entladene Batterie mit einem anderen Toyota-Fahrer tauschen. Damit ging es bis in die nächste Stadt. Alte „Buschtaxis“ sind aufgrund ihrer Verlässlichkeit in den Bergen Pakistans weit verbreitet und so war eine passende Lichtmaschine bald zur Hand.

Auf dem etwa 45.000 Kilometer weiten Weg von Australien in die Heimat traf Phil auf unzählige interessante Menschen. Über hundert Mitfahrer nahm er in seinem 8-Sitzer mit – andere Reisende, alte und neue Freunde, Einheimische auf ihrem Weg von der Arbeit, Polizisten und Tramper. Manche fuhren nur ein paar Kilometer mit, andere blieben für Wochen. An die meisten erinnert er sich gerne zurück. „Es sind die persönlichen Begegnungen, die solch eine Reise erst zu einem unvergesslichen Erlebnis machen“.

Die Liebe zum Landcruiser verbindet. Auf dem Weg nach Esfahan im Iran wird Phil von einem beigen Toyota FJ40 überholt. „Ein echter Klassiker“, schwärmt er. Er holte mit seinem Rechtslenker zu dem Linkslenker auf. „Praktisch, das Lenkrad auf der falschen Seite zu haben, wenn man mit anderen Fahrern quatschen möchte“, so Philipp. Dass ein einfaches „Nice Landcruiser!“ der Beginn einer andauernden Freundschaft ist, ahnte zu dem Zeitpunkt noch niemand. „Der Fahrer lachte und signalisierte mir, anzuhalten. Bobby lud mich sofort zu seiner Frau nach Hause ein. Ich wohnte eine ganze Woche bei ihm, wir tauschten die Landcruiser für ein paar Probefahrten und stehen noch heute im Kontakt“, erzählt der Mainzer.

Eine Mitreisende blieb für immer bei ihm. Als er eines Tages beim Wandern im Himalaya am Fuße des Mount Everest auf einen verletzten Hundewelpen trifft, kann er diesen nicht zurücklassen. Er bringt die junge Hündin weiter bis zum nächsten Dorf, aber niemand schien sich für das zerzauste Knäuel zu interessieren. Umgeschnallt in einem alten Sack trägt er sie bis zum Everest Basislager und zurück. „Irgendwann wurde klar, dass ich sie wohl adoptiert habe und die Rückbank ihr neuer Platz wird“. Er nimmt Tiksa, was so viel wie „okay“ bedeutet, mit bis nach Deutschland.

Auf seinem Blog 07phil.com dokumentiert Philipp einige seiner Abenteuer.

Über Philipp Thiele:

Mein persönlicher Antrieb ist die tägliche Freude über Begegnungen mit anderen Menschen. Mit mehr Leistung meine persönlichen Grenzen auszureizen, motiviert mich. Fahrzeuge wecken mein Interesse und jeder Landcruiser lässt meinen Puls höher schlagen.

Artikel teilen

  • Facebook
  • Twitter
  • E-Mail