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„Ein i-Road, bitte!“

Öffentlicher Nahverkehr und emissionsfreie Elektroautos: Diese Kombination schafft ein innovatives und nachhaltiges Mobilitätskonzept in der französischen Alpenstadt Grenoble. Mehr als 1.000 Nutzer haben sich bereits für den „Cité Lib by Ha:mo“ genannten Carsharing-Service registriert.

Der Dienst verknüpft das bestehende Netz öffentlicher Verkehrsmittel mit ultra-kompakten E-Fahrzeugen wie dem dreirädrigen Toyota i-ROAD und dem Toyota COMS. Die 70 Stromer sind in der ganzen Stadt verteilt und können je nach Bedarf für Kurz-Trips genutzt werden. Insgesamt 27 Ladestationen hat das zum französischen Energiekonzern EDF gehörende Tochterunternehmen Sodretel installiert. Fahrzeuge und Ladestationen sind dabei nahtlos in das IT-System des öffentlichen Nahverkehrs von Grenoble eingebunden und lassen sich somit problemlos in die Routenplanung miteinbeziehen. Eine Reservierung ist online und per Smartphone-App möglich.

Die größte Nachfrage besteht demnach im morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr, aber auch in der Mittagspause greifen viele Nutzer auf die Elektrofahrzeuge zurück. Sie fahren durchschnittlich fünf Kilometer, womit die Reichweite von 35 bis 50 Kilometern je nach Fahrzeug mehr als ausreicht. 75 Prozent aller Kunden nutzen die Stromer dabei für eine einfache Fahrt, die durchschnittliche Mietzeit beträgt 45 Minuten. Die beiden beliebtesten Lade- und somit Abholstationen befinden sich am Bahnhof – ein weiterer Beleg, dass die Verknüpfung von individuellen und öffentlichen Verkehrsmitteln sinnvoll ist.

Trotz der hohen Zufriedenheitsquote von 92 Prozent soll das Kundenerlebnis weiter verbessert werden. Dazu haben die Projektpartner unlängst einen Nutzer-Club eröffnet. Dessen Verbesserungsvorschläge wurden teilweise schon umgesetzt: So verfügen alle Toyota i-ROAD inzwischen über eine sanftere Federung, Reservierungen sind nun bis zu 60 statt 30 Minuten vor der Nutzung möglich und auch die Preisstruktur wurde vereinheitlicht. Die Viertelstunde kostet jetzt immer einen Euro.

Nachdem im ersten Projektjahr vor allem der Aufbau der Infrastruktur und der Ausbau der Fahrzeugflotte im Vordergrund standen, wollen die Partner im laufenden Jahr die Zahl der Nutzer weiter erhöhen und zusätzliche Daten sammeln. So wird derzeit geprüft, ob nicht schon jüngere Fahrer ab 16 Jahren den vierrädrigen Toyota COMS nutzen können. Im vorerst finalen dritten Jahr steht Feintuning an, um das Geschäftsmodell weiter zu verbessern.

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