Mit der Suchfunktion finden Sie Inhalte schnell und gezielt. Suchen Sie nach Themen, Modellen, Hashtags oder anderen Stichworten.

CO2-freie Kraftprotze im Hafen von Los Angeles

Mit rund 30 Quadratkilometern Fläche und etwa 16.000 Beschäftigten hat allein der Hafen von Los Angeles die Ausmaße einer deutschen Kleinstadt. Bei circa 9,4 Millionen Containern, die 2018 in der kalifornischen Hafenanlage umgeschlagen wurden, rangiert der „Port of L.A.“ in einer ähnlichen Größenordnung wie der Hamburger Hafen, wo im vergangenen Jahr 8,7 Millionen Standardcontainer „über die Kaikanten gingen“.

Mit dem Hafenbetrieb in Los Angeles geht die Nutzung von 16.000 Trucks einher – Tendenz steigend. Die Emissionen der PS-starken Laster sind eine Herausforderung für die Gesundheit der Menschen und die Umwelt. Die Lkw, die vor Ort im Einsatz sind, unterliegen deshalb strengen Regularien der Hafenbehörden und dürfen ein gewisses Baujahr nicht unterschreiten. Die saubersten Trucks sind jedoch mit Abstand die, die mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb fahren. Als Emission entsteht dabei nur Wasserdampf.

Was im Frühjahr 2017 mit ersten, „Alpha“ und „Beta“ genannten, Konzeptfahrzeugen von Toyota und US-Truck-Spezialist Kenworth startete, hat sich nach mehr als 22.500 Testkilometern in und um die kalifornischen Häfen von Los Angeles und Long Beach zu seriennahen Lkw entwickelt. Seit April 2019 sind zehn wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Zugmaschinen der neuesten Generation mit dem Namen „Ocean 1“unterwegs, um Fracht zwischen den Häfen von Los Angeles und Long Beach sowie im gesamten Umland zu befördern.

Die Lkw haben es in sich: Die Kenworth T680 Class 8 Trucks mit der alternativen Antriebstechnik von Toyota sind 560-PS-stark und schaffen mit einer Tankfüllung mehr als 300 Meilen, das entspricht in etwa 482 Kilometern. Damit sind die umweltfreundlichen Kraftpakete in dem riesigen Hafengebiet voll einsatzfähig – ein Muss für die kalifornischen Hafenbetreiber und Logistiker.

Auch die Versorgung der Trucks mit sauberer Energie ist gewährleistet. Die stammt aus der „Tri-Gen“ genannten Anlage im Hafen von Long Beach. Das von Toyota gebaute Brennstoffzellen-Kraftwerk produziert nicht nur Elektrizität, sondern auch Wasser und Wasserstoff aus Bio-Abfällen. Toyota selbst betreibt zwei Wasserstofftankstellen im Hafengebiet.

Um die neueste Generation von Wasserstoff-Trucks in den von den Hafenbetreibern geforderten 25 Minuten auftanken zu können – das ist die Zeitspanne, in der auch herkömmliche Lkw betankt werden –, sind besonders leistungsfähige Wasserstofftankstellen notwendig. Drei dieser speziellen Tankstellen-Anlagen von Air Liquide stehen im Hafengebiet bereits zur Verfügung, zwei weitere werden derzeit von Shell gebaut. Die 700-bar-Stationen bieten große Kapazitäten in der Vorratshaltung und ermöglichen besonders hohe Füllvolumen.

Einer Zukunft für einen schadstofffreien Güter- und Frachtverkehr steht also definitiv nichts mehr im Wege.

Artikel teilen

  • Facebook
  • Twitter
  • E-Mail