Mit der Suchfunktion finden Sie Inhalte schnell und gezielt. Suchen Sie nach Themen, Modellen, Hashtags oder anderen Stichworten.

Interview mit Wasserstoff Guru Dirk Breuer: „Mit Wasserstoff kann man alles machen!“

In den „Dirk erklärt’s“-Videos ist Ihre Begeisterung für Wasserstoff deutlich zu spüren. Was fasziniert Sie an diesem Energieträger am meisten?
Er ist sauber, zukunftsfähig und man kann mit ihm alles machen. Wasserstoff ist einfach auf ganzer Linie eine kluge Entscheidung.

Das müssen Sie uns ein bisschen näher erläutern …
Zunächst einmal entstehen bei der Wasserstofferzeugung keine schädlichen Abgase, das ist gut für die Umwelt und unsere Gesundheit. Alles, was am Ende rauskommt, ist reines Wasser, ohne schädliche Emissionen. Man kann mit Wasserstoff Autos, Busse, Züge, Schiffe und Raketen antreiben und er ist speicherbar. Durch das Erdgasnetz gibt es dafür bereits eine geeignete Infrastruktur. Wasserstoff lässt sich nahezu verlustfrei langfristig lagern und einfach transportieren. Er hat also alles, was in Sachen Energiegewinnung und -einsatz zukünftig wichtig ist. Im Übrigen muss ich mir mit einem Wasserstoffauto auch keine Gedanken machen, ob ich in die nächste Umweltzone fahren kann.

Hat Wasserstoffenergie das Potenzial, massentauglich zu werden und andere Energieformen abzulösen?
Ein klares Ja. Wichtig ist, dass wir dranbleiben, wasserstoffbasierte Technologien weiterzuentwickeln, die Nutzung erweitern und ausbauen. Wenn wir Menschen weiter so mobil bleiben und komfortabel leben wollen wie bisher, brauchen wir Energiealternativen zu fossilen Brennstoffen, da diese endlich sind und unserem Planeten schaden. Wasserstoff ist hier eine kluge Lösung.

Es gibt auch Vorurteile gegen Wasserstoff. Was sind die gängigen Vorbehalte, wenn Sie mit Leuten sprechen?
Sehr oft höre ich: „Das explodiert doch, oder?“ Klar, kann Wasserstoff explodieren, aber das kann Benzin ja auch, deshalb gibt es an Tankstellen ein Rauchverbot. Die Energie entsteht, wenn der Wasserstoff mit Sauerstoff in Berührung kommt. Das ist in der Brennstoffzelle wie bei Verbrennungsmotoren auch, eine kontrollierte Reaktion. Wasserstoff ist bei sachgemäßer Handhabe ungefährlich.

Was entgegnen Sie jedem Wasserstoff-Skeptiker?
Der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier – auch beim Auto. Ich empfehle den Leuten deshalb immer, erst einmal offen zu sein und sich mit der Technologie und den Vorteilen etwas genauer auseinanderzusetzen. In Gesprächen reift die Erkenntnis dann häufig recht schnell, dass Wasserstoff eine tolle, saubere und sichere Lösung ist.

Was glauben Sie, wie sich die Wasserstofftechnologie in den nächsten Jahren in Deutschland weiterentwickeln wird?
In vielen deutschen Städten sind bereits Linienbusse im Einsatz, die mit Wasserstoff betrieben werden. Auch die ersten Nahverkehrszüge rollen hierzulande bzw. sind in Planung. Zurzeit gibt es 70 Wasserstofftankstellen in Deutschland. Das Ganze ist ein guter Anfang und muss weiter ausgebaut werden.

Wie sieht es denn in anderen Ländern aus?
Ich kann vor allem für Japan sprechen. Dort soll Wasserstoff der Energieträger der Zukunft werden. Es geht um saubere Energie, die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und die Unabhängigkeit von Ölimporten. Ein Meilenstein werden im Sommer 2020 die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio sein. Dort soll nicht nur die notwendige Mobilität für Besucher und Sportler ohne CO2-Emissionen präsentiert werden, sondern auch der Energiebedarf für das olympische Dorf. Bis dahin sind 180 Wasserstofftankstellen geplant. Japan möchte der Welt zeigen, dass viele Innovationen bereits heute im Alltag funktionieren. Toyota beteiligt sich nicht nur mit dem Wasserstoffauto Mirai oder dem Brennstoffzellenbus Sora, sondern auch mit weiteren Innovationen. Lassen Sie sich überraschen.

Wann haben Sie begonnen, sich für alternative Antriebe und Wasserstoff zu interessieren?
Schon als Kind habe ich gern getüftelt und versucht zu ergründen, wie technische Dinge funktionieren. Alles was neu war, fand ich spannend. Deswegen hat mich auch der Pioniergeist von Toyota in Bezug auf alternative Antriebe immer fasziniert. Der erste Prius kam bereits 1997 auf den Markt, seitdem begleite ich diesen einzigartigen Weg. Die Wasserstofftechnologie finde ich beeindruckend, weil sie im Prinzip so einfach ist und dabei so viel kann.

Hatten Sie schonmal ein besonderes Wasserstoff-Erlebnis?
Durch die Beschäftigung mit Wasserstoff kann ich daran mitarbeiten, die Welt ein bisschen besser zu machen – oder zumindest die Luft und das Klima. Das ist grundsätzlich schon etwas Besonderes für mich. In Zusammenhang mit Wasserstoff hatte ich aber auch schon eine besondere Begegnung. Auf der IAA 2015 hatten wir Besuch von Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin besuchte auf ihrem Messerundgang herausragende zukunftsweisende Innovationen und kam zum Toyota Mirai an unseren Stand.

Was wünschen Sie sich persönlich in Sachen Wasserstoff?
Ich wünsche mir für Deutschland eine ganzheitliche Strategie in Bezug auf regenerative Energieerzeugung und Wasserstoff als Energiespeicher, damit wir unsere Klimaziele einhalten können. Dazu gehört Mut. Und dazu gehört, dass wir die Menschen über Schaden und Nutzen von Energieträgern offen und ehrlich aufklären. Mit „Dirk erklärt’s“ kann ich dazu zumindest einen kleinen Beitrag leisten.

Danke für das Gespräch.

Dirk kann nicht nur Wasserstoffmobilität einfach erklären, sondern macht auch als Rapper einfach eine gute Figur. Knallharte Fakten oder humorvoll: Er kann beides!

Der direkte Weg zu den „Dirk erklärt’s“-Videos rund um Wasserstoff: Wie Wasserstoffmobilität funktioniert, Wasser als Batterie, Wasserstoff aus Sonnenlicht, Wasserstoffauto Mirai
Haben Sie weitere Fragen rund um Wasserstoffmobilität? Mehr Infos zum Thema gibt es hier.

Artikel teilen

  • Facebook
  • Twitter
  • E-Mail