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Hinter den Kulissen der Kölner Turbomotorschmiede

Am Rande der Domstadt im Stadtteil Marsdorf steht eine über 40.000 Quadratmeter große Büro- und Werkstattfläche: das Kompetenzzentrum der Toyota Motorsport GmbH (TMG). Hier wird mit rund 300 Fachkräften geplant, konstruiert, gebaut und getestet – übrigens nicht nur in Sachen Rennwagen. Aktuelle Entwicklungen der Kölner Motorschmiede sind streng geheim, dennoch hat das TMG-Team der Redaktion von Mein-Antrieb einen Einblick in seine PS starke Arbeitswelt gewährt.

Diese Halle ist die Geburtsstätte aller neuen Turbomotoren. Von den TMG-Mitarbeitern wird sie deshalb auch liebevoll „der Kreißsaal der WRC-Motoren“ genannt.

Noch ist nicht viel zu erkennen: Die Aluminiumblöcke auf der Palette bilden das Rohmaterial für die späteren Motorteile.

Hinter den weißen Wänden werden aus den Aluminiumblöcken die einzelnen Komponenten für den Motor gefräst. Mit den Dreh- und Fräsmaschinen der Firma DMG Mori kann Toyota extrem präzise arbeiten. Die Toleranz für Ventilführungen beträgt beispielsweise nur 5 Mikrometer.

Das Fenster gibt den Blick frei ins Innere der Dreh- und Fräsmaschine. Davon gibt es bei TMG insgesamt 18 Stück.

Um Risse zu vermeiden, muss bei der Fertigung kontinuierlich Kühl- und Schmiermittel zugeführt werden. Die milchige Flüssigkeit dient auch dazu, anfallende Partikel abzutransportieren.

Die Sache nimmt Gestalt an: Auf dem Wagen liegen frisch gefertigte 16-Ventil-Zylinderköpfe aus Aluminiumlegierung.

Der Einheits-Turbolader ist eines der wenigen Teile, die nicht bei TMG in Köln entstehen, sondern von der Firma Garrett geliefert werden. Motorentechniker Juan-Manuel David prüft, ob alles in Ordnung ist.

Bevor ein fertiger Motor für die Rallye freigegeben werden kann, spult er 6.000 bis 8.000 WP*-Kilometer im Motorprüfstand ab. Neben dem hier abgebildeten gibt es bei TMG noch sieben weitere vollwertige Motorprüfstände.

Durch eine sichere Scheibe vom Motorprüfstand getrennt: Motoren-Ingenieur Falk Schulkowski (links) und Prüfstandsfahrer Marcel Schick im Gespräch. Von der Kommandozentrale aus lassen sich der Motor mit Reglern steuern und Fahrsituationen aus realen Rallye-Wertungsprüfungen simulieren.

Evolution statt Revolution: Die WRC-Entwicklungsmotoren von 2012, 2014 und 2016 (von links nach rechts). Der aktuelle Yaris-WRC-Motor von 2018 ist ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbomotor mit 16 Ventilen und rund 380 PS – er wird aus Konkurrenzgründen in der Öffentlichkeit nicht gezeigt.

Motoraufgebot vor den Heiligen Hallen von TMG: Der aktuelle Yaris WRC (Mitte) mit seinen erfolgreichen Vorgängern, dem Toyota Celica ST165 (links) und dem Celica ST185 (rechts). Alle drei haben Toyota in der Rallye-Weltmeisterschaft bereits Titel beschert. Das Bild entstand 2017 bei einem Besuch des in Finnland ansässigen Toyota WRC Teams.

Weitere Infos zum Motorbau bei TMG finden Sie auch in der aktuellen E-Paper-Ausgabe von AUTO & LEBEN.

*WP steht für die Wertungsprüfungen, die die Teilnehmer im Rahmen einer Rallye austragen.

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